Neulich ist mir ein Detail als Nachtrag zur Guttenberg-Debatte wieder eingefallen, das mir gut gefällt. Vor etwas mehr als anderthalb Jahren war ich im Auftrag einer großen, seltsamen Boulevardzeitung im Max-Liebermann-Haus neben dem Brandenburger Tor. Im ersten Stock trohnte auf einem goldenen Stuhl und umringt von Kindern der strammfrisierte K-T zu Guttenberg in all seiner Freiherrlichkeit – damals noch Wirtschaftsminister und Pinguinkrawattenträger. Er tat dort nichts anderes als: Märchen vorlesen! Er las das Märchen vom Hans im Glück, der ja den Lohn seiner jahrelangen Arbeit in Windeseile verliert und letztendlich gar nichts mehr hat außer seiner Freiheit. Wenn das mal nicht bildlich ist. Später gab es für alle Kinder Autogrammkarten mit K-Ts stattlichem Grinsen, dem ein auffallend fröhlicher und dicklicher Junge mit schwarzem Filzstift sofort zwei-drei Zahnlücke zufügte.
