Juni 1, 2010

Verkommene Blumen

Wenn man nicht aufpasst, gerät man in verkommene Botanik, in morsches Unterholz, ins ganz Eklige.
So ist es auch mir passiert. Ohne zu überprüfen, mit wem ich es da zu tun habe, habe ich dem Internetmagazin „Blaue Narzisse“ ein Interview gegeben. Die Mails waren etwas steif, aber sonst fiel mir nichts auf. Erst hinterher, bei genauerem Hinsehen stellte sich heraus, dass einige stinkende Artikel ganz unblumenkindig fremdenfeindliche Tendenzen haben. Unangenehm. Die Redaktion weigert sich, mein Interview runterzunehmen.
So möchte ich mich hiermit ausdrücklich von allen Inhalten der „Blauen Narzisse“ distanzieren.

Mai 25, 2010

Fundstück

Buenos Aires. Schwein. Uhr.

Mai 25, 2010

Barcelona TV

April 22, 2010

Besen, die

Uiuiui. Nachdem mein Mikrophon ausfiel und ich mich vor Unsouveränität mit Wasser bekleckerte war beim Stuttgarter Besen eigentlich nicht mehr viel zu erwarten. Oder vielleicht gerade doch? Eine Adrenalindusche später gab es für mich dann tatsächlich den Goldenen Stuttgarter Besen UND den Publikumspreis. Multisexy! Die Besen selbst sind allerdings auffallend hässlich und obwohl das Putzarsenal meiner neuen Wohnung noch keine solchen Gerätschaften enthält, stehen sie erstmal auf dem Balkon.

Link zum SWR

Fernsehen: Die Zusammenfassung gibt es am 1. Mai um 22.20 im SWR Fernsehen und meinen vollen Beitrag kann man am 12. Juni zur Prime Time um 23.35 ebendort schauen. Im Radio auf SWR2 am 8. Mai.

Januar 2, 2010

Hammer, der

Vorletzens. Das Jahr hätte nicht besser enden können. Bei den Berliner Stadtmeisterschaften in der Volksbühne habe ich gewonnen. Nicht nur die Ehre des Stadtmeisters, sondern auch einen fabelhaft korallroten Hammer, überreicht vom Thor des Poetry Slam, Wolf Hogekampf. Allen Earnstyzz hat in Gesellschaft von Scharri, Agrar Berlin und Team Lesedüne gefeatured. Wunderbar.

Link zum Artikel in „Neues Deutschland“

Link zum Artikel in der „Berliner Zeitung“

Link zu tollen Fotos von Hendrik Schneller

Oktober 13, 2009

„angry young man“?!

Schau, schau! 3Sat-Slam-Show auf der Buchmesse Frankfurt. Mit mir. Und Laub.

—> Link zum Video

Hör, hör! Heun-Portrait auf der Deutschen Welle. Mit mir. Ohne Laub.

—> Link zum Portrait

Juni 5, 2009

lange nichts gehoert

aber keine sorgen

:::die verbindung wird gehalten:::

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April 27, 2009

100 Wege… VI Tramper

Es gibt 100 Wege, sich einem Land zu nähern.  Ungefähr. Ein Weg ist, einen Tramper mitzunehmen. Wir nahmen Michelangelo mit. Am Straßenrand hingen schlaff trocknende Tabakblätter. Mit eben solchem Elan hing auch Michelangelo am Rand der schmalen Andenstraße kurz vor den Valles Calchaquies. Unter seinem Arm der Gitarrenkoffer. Michelangelo war Folkloremusiker mit maronenbrauner Haut, einer Art Schlapphut und diesem Blick, zu dem mir nur das Wort „listig“ einfällt. Sein knarzig vernuscheltes Spanisch verstand ich nur schwer, sein kariertes Hemd lappte unter seinem Pullover hervor. Er erzählte, dass er in Cafayate für Touristen spiele und jetzt zur Arbeit wolle. Sonntag, da müsse er mit seinem Freund spielen auf dem Dorfplatz. Michelangelo sprach danach leider nicht viel oder unverständlich und sah fortwährend listig aus dem Fenster. Als wir ihm einen Apfel anboten, krallte er ihn gierig und verspeist ihn mit hastigem Schmatzen. Michelangelo schlief des Öfteren ein und brummte dann etwas. Vielleicht ein Lied. So richtig blühte er eigentlich nur auf, als wir anhielten, um einen schönen Esel zu fotografieren: Er lachte spitz grinsend in sich hinein. Das fand Michelangelo wirklich witzig. Was für Touristen wir doch sind.

trocknender Tabak/ Elanmetapher

trocknender Tabak/ Elanmetapher

photogener Esel

photogener Esel

Michelangelo und Chauffeur (Cafayate, Argentinien)

Michelangelo und ich (Cafayate, Argentinien)

April 26, 2009

100 Wege… V Auto

100 Wege… V Auto
Es gibt 100 Wege, sich einem Land zu nähern. Ungefähr. Ein Weg liegt hinter den verschmierten Scheiben eines Autos.  Wir mieteten einen VW Gol, jawohl, richtig, ein Gol, kein Golf. Der Gol, das meistverkaufte Auto Argentiniens, ist eine vereinfachte Mischung aus VW Golf und Polo. Unser Gol, nun ja, knapp gesagt, er ist ein argentinisches Auto. Hinten fehlt das Nummernschild, er ist leicht eingedellt, der Seitenspiegel ist gesprungen, einige Türen lassen sich nicht öffnen. Insgesamt gefällt er mir aber, weil er ein Stück Freiheit ist, der Geschmack von Wüstenstaub auf der Zunge, der sich in den Horizont schlängelde Fahrbahnstreifen, eine kitschige Portion Glück zwischen Amerikaromantik und Roadmovie.

Den Gol durch die engen Andenstraßen in der Provinz Salta zirkelnd denkt man, es sei doch recht schön, nette rote Erde, ein witziges Lama am Wegesrand und dann kommen auf einen Schlag die farbgewaltigen Valles Calchaquies und prügeln die Wahrnehmung an ihr Äußerstes. So viel Schönheit. Die Sprache versagt an dieser Stelle, Fotos sagen mehr

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Lediglich zu bemerken: Die Rockie Mountains können sich warm anziehen.

April 26, 2009

100 Wege… IV auf einem Muli

Es gibt 100 Wege, sich einem Land zu nähern. Ungefähr. Ein Weg lieg auf dem Rücken eines Mulis. In Mendoza wollte ich mit meinem mittelschlechten Spanisch an eine Muli-Tour gelangen. Das müsste toll sein. Der Muli ist der Tretroller unter den Reittieren. Und durchaus das angemessene Vehikel, wenn man darauf aus ist, die Umwelt eben einmal mit der Tranquilität jenes teuqillatrunkenen Südmexikaners aus dem Lucky-Luke-Heft zu erkunden, der seit der Siesta vollständig unter seinem Sombrero verschwunden ist und erst im letzten Bild, wenn alles vorbei und sogar der Rauch der Endschießerei in den Coltläufen längst erkaltet ist, erwacht. Nein, auf den vorletzen Bild, denn im letzten reitet Lucky Luke ja in den Sonnenuntergang. Diese Gemächlichkeit bewundere ich. Allerdings mag sie jenem Südmexikaner gut stehen, wäre aber für mich nervösen Mitteleuropäer vielleicht doch etwas nervenzehrend.  Es kam anders. Meinem mittelschlechten Spanisch sei Dank, stellten die Mulis sich als kleine, ponyeske (Danke, Dorian) Bergpferdchen heraus, die einen muskelkaterverursachenden Trab vorweisen konnten. Staub wirbelte auf, die Berge standen blaudunstig und die Sonne ging erst etwas später unter.

sudreiter